Besuch des Siechhofs Eichstätt

29.05.2026

 

 

Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel besucht Siechhof Eichstätt – „Ein Denkmal von europäischem Rang verdient europäische Aufmerksamkeit"

 

Die Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel (CSU) hat sich persönlich vor Ort ein Bild vom Zustand des historischen Siechhofs in Eichstätt gemacht. Gemeinsam mit Stadtheimatpfleger Dr. Rainer Tredt, Architekt Marius Stadler und Bauherr Marc Liebermann besichtigte sie das einzigartige Ensemble – und zeigte sich tief beeindruckt.

„Was ich heute gesehen habe, hat mich wirklich bewegt", so Schorer-Dremel. „Der Siechhof ist das europaweit einzige noch vollständig erhaltene und lückenlos dokumentierte Leprosenhaus-Ensemble – baulich und schriftlich. Die Kapelle St. Lazarus wird bereits 1401 erwähnt. Das ist ein Denkmal von europäischem Rang – und es liegt mitten in unserem Stimmkreis."

 

Ein einzigartiges Zeugnis der Sozialgeschichte

Der Siechhof war einst eine Leprosenkolonie – eine Siedlung für Menschen, die an Lepra erkrankt waren und deshalb bewusst von der übrigen Bevölkerung durch die Altmühl getrennt lebten. Während vergleichbare Anlagen in ganz Europa im Laufe der Jahrhunderte abgerissen oder überbaut wurden, blieb der Siechhof in Eichstätt erhalten – durch seine spätere landwirtschaftliche Umnutzung und den glücklichen Umstand, dass seine Substanz nie grundlegend verändert wurde.

„Drei Gebäude, lückenlos überliefert, mit originalen Holzbohlendecken, einem Tonnengewölbe und den spätmittelalterlichen Fresken in der Kapelle – das gibt es in dieser Form in Europa kein zweites Mal", erläuterte Stadtheimatpfleger Rainer Tredt bei der Begehung.

 

Fresken-Restaurierung kann beginnen – dank Fraktionsreserve

Konkret angestoßen werden konnte die Restaurierung der spätmittelalterlichen Fresken in der Kapelle St. Lazarus durch 60.000 Euro aus der Fraktionsreserve der CSU und Freien Wähler im Bayerischen Landtag. Diese Mittel hatte Schorer-Dremel erfolgreich eingeworben.

Die Arbeiten werden von einem erfahrenen Restauratorenteam durchgeführt, Spezialisten für historische Putze. In enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege werden zunächst die Bögen bespannt, um die Malerei zu stabilisieren, dann Schmutzschichten abgetragen und neue, bislang verborgene Bildschichten freigelegt.

„Was da unter dem Schmutz der Jahrhunderte zum Vorschein kommt, ist atemberaubend", so Schorer-Dremel. „Dass wir mit den Mitteln aus der Fraktionsreserve diese Arbeiten ermöglichen konnten, erfüllt mich mit Stolz. Aber es ist erst der Anfang."

 

Dr. Rainer Tredt, Stadtheimatpfleger Eichstätt: „Der Siechhof ist in seiner Vollständigkeit und Überlieferung einmalig in Europa. Es ist unsere gemeinsame Pflicht, dieses Zeugnis der Sozial- und Medizingeschichte zu erhalten."

 

Marc Liebermann, Bauherr: „Ich bin froh, dass ich solche Mitstreiter haben."